Entscheidungslogik verstehen
Was verlangt der Kunde tatsächlich, was wird vergleichbar gemacht, welche Interessen haben Fachbereich und Einkauf? Rückfragen an den Einkauf klären das – solange Sie sich noch nicht festgelegt haben.
Der Fachbereich ist überzeugt, die Leistung passt, vielleicht sind noch zwei Wettbewerber im Rennen. Und dann kommt der Einkauf: Preisblätter, Vergleichsangebote, Rabattforderungen, neue Bedingungen.
Große Ausschreibungen werden nicht im Pitch entschieden, sondern im Beschaffungsprozess. Die Verhandlung beginnt nicht mit dem Verhandlungstermin. Sie beginnt mit dem Angebot.
Wenn der Einkauf 15 % fordert, ist die erste Frage nicht, was Sie darauf antworten. Entscheidend ist, welche Position Sie bis dahin aufgebaut haben – mit Ihrem Angebot, Ihrem Preisblatt und Ihren Antworten im Prozess.
Fünf Fragen vor der Abgabe:
Ein „Nein“ genügt, um zu sprechen.
Die meisten Unternehmen bereiten eine Ausschreibung aus der Perspektive des Fachbereichs vor: Konzept, Präsentation, die beste Lösung. Das ist notwendig. Nur bewertet der Einkauf dasselbe Angebot nach anderen Regeln.
Will, dass die Kampagne läuft, ohne Reibung, mit dem Team, das er kennt.
Braucht einen Abschluss, den er intern verantworten kann.
Ein hoher Preis ist kein Problem. Ein hoher Preis, dessen Unterschied der Einkauf nicht nachvollziehen kann, schon.
Ein starkes Argument ist nicht wirkungslos. Es muss nur im Entscheidungssystem des Kunden an der richtigen Stelle ankommen.
Eine Rabattforderung entsteht nicht im Termin. Ihre Möglichkeiten, darauf zu reagieren, haben Sie Wochen vorher im Angebot geschaffen – oder eingeschränkt.
Idealerweise steige ich ein, bevor Angebot und Preisblatt abgegeben sind. Analysiert wird nicht der nächste Termin, sondern das System, in dem entschieden wird. In drei Schritten:
Was verlangt der Kunde tatsächlich, was wird vergleichbar gemacht, welche Interessen haben Fachbereich und Einkauf? Rückfragen an den Einkauf klären das – solange Sie sich noch nicht festgelegt haben.
Welche Positionen fallen im Vergleich auf, welche müssen Sie erklären können? Und wie stark ist Ihre Position wirklich: Alternativen, Wechselkosten, Wettbewerb – Ihre und die des Kunden.
Welche Fragen würde ein guter Einkäufer stellen, wenn dieses Angebot morgen auf seinem Tisch läge?
Zugeständnisse vorab definieren: Was können Sie geben, was kommt dafür zurück, wo liegt die Grenze? Danach die kritischen Szenarien in realistischen Mock Negotiations durchspielen.
Sie geben nicht. Sie tauschen.
Sie entscheiden. Ich bereite die Verhandlung vor.
Dann ist nicht alles zu spät, aber der Auftrag verändert sich. Was im Angebot und im Preisblatt steht, lässt sich nicht zurücknehmen. Analysieren lässt sich, welche Verhandlungsposition damit entstanden ist: Wo wird der Einkauf angreifen, welche Preise müssen Sie erklären, welche Forderungen sind wahrscheinlich – und was bleibt trotz Abgabe verhandelbar?
Je früher der Einstieg, desto mehr lässt sich gestalten. Je später, desto wichtiger wird eine saubere Diagnose.
Gearbeitet wird mit Ihren echten Unterlagen: Ausschreibung, Angebot, Preisblatt, Kommunikation. Keine Sammlung von Verhandlungstricks und keine Standardfolie gegen Rabattforderungen.
Eine perfekte Vorbereitung ist keine Voraussetzung. Herauszufinden, was fehlt, ist Teil der Arbeit.
Ob Ihr Fall dafür geeignet ist, klären wir im ersten Gespräch. Vertrauliche Unterlagen brauche ich dafür noch nicht.
Idealerweise sprechen wir, bevor Angebot und Preisblatt abgegeben sind. Steht die Einladung zur Einkaufsverhandlung schon im Kalender, klären wir, mit welcher Position Sie hineingehen.